Donnerstag, 7. August 2014

Kurzrezension zu 'Rauklands Sohn'



Cover und Zitate © Verlagshaus el Gato

Titel: Rauklands Sohn
Autor: Jordis Lank
Reihe: Raukland Trilogie
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 07. März 2013
Preis: 12,90€ (Broschierte Ausgabe)
ISBN-13: 978-3943596045

 
Inhalt

Ronan ist Sohn des mächtigsten Herrschers im Nordmeer. Er fürchtet weder Schmerz noch den Tod. Die einzige Liebe, die er kennt, gilt dem Schwert. Doch dann verliert Raukland durch seine Schuld eine Schlacht und Ronan wird zur Strafe auf die nordische Insel Lannoch verbannt. Diese muss er für Raukland gewinnen, sonst verliert er den Thron. Doch mit Waffengewalt ist das aussichtslos: Ronan braucht nicht nur einen Freund an seiner Seite, sondern er muss auch die Achtung der Prinzessin von Lannoch gewinnen. Wie man das anstellt, kam in seinem Schwerttraining jedoch nicht vor.

 
Autor

Jordis Lank kam Anfang der siebziger Jahre im äußersten Zipfel des Bergischen Landes zur Welt. Nach Abitur und Ausbildung zur Industrieinformatikerin arbeitet sie seither im wissenschaftlich-technischen Bereich als Softwareentwicklerin.

Schon als Kind hat die Autorin Romane weitergeträumt, wenn sie enttäuscht war, dass sie zu Ende waren. Wie oft hat sie sich gewünscht die Figur sein zu können, von der sie da las! Bis sie merkte, dass das Schreiben ein noch viel intensiveres Erlebnis ist als das Lesen. Manchmal, wenn alles passt, wenn sich die Geschichte auf einmal von selbst schreibt und die Charaktere Dinge tun, von denen man zwei Sätze vorher noch nichts wusste, dann - so sagt sie - verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit - und man ist wirklich mitten drin: Ein einzigartiges, großartiges Gefühl, das süchtig macht. 
 

Meine Meinung

'Rauklands Sohn' ist der erste Band der Raukland-Trilogie. Ich spielte schon eine ganze Weile mit dem Gedanken mir Band 1 zuzulegen, irgendetwas hielt mich immer zurück. Als ich dann die Möglichkeit bekam das Buch zu rezensieren, da musste ich einfach 'ja' sagen. Wenn ich jetzt, nach dem Lesen darüber nachdenke, dann hätte mir nichts Besseres passieren können. Aber jetzt mal langsam und von vorne …
Ich begann das Buch zu lesen und ganz ehrlich, der Schreibstil der Autorin machte es mir unglaublich einfach in die Handlung einzusteigen. Jordis Lank hat einen wunderbaren Stil. Überzeugt haben mich da vor allem die detaillierten Beschreibungen, die mich glauben ließen, ich stünde mitten im Geschehen und die fantastische Welt, die mich sofort in ihren Bann zog.
Die einzelnen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und entwickeln sich weiter, was ich in vielen Büchern leider vermisse. Nicht so hier, denn Ronan, der am Anfang eher ein Krieger ist und sehr aggressiv erscheint, lernt nach und nach kennen, was es bedeutet um seiner selbst willen gemocht und geachtet zu werden, einen Freund zu haben und sich zu verlieben. Ronan ist ein unglaublich sympathischer Hauptprotagonist und mir fiel es nicht schwer ihn ins Herz zu schließen.
Ebenso Liam, Ronans Freund, der anfangs ein Feigling durch und durch ist, bekommt im Laufe der Handlung immer mehr Selbstvertrauen und wächst über sich hinaus.
Die Handlung beginnt dramatisch, so dass ich bereits in den ersten beiden Kapiteln atemlos vor dem Buch saß und nicht wusste wohin mit meinen Gefühlen. Ich habe noch nie einen Charakter so sehr verabscheut wie Ronans Vater, ehrlich. In keinster Weise konnte ich sein Handeln irgendwie nachvollziehen und dass Ronan davon überzeugt war verdient zu haben, was da passierte, das konnte ich noch weniger verstehen. Ich war eigentlich ganz erleichtert, als man Ronan dann nach Lannoch schickte, da war er wenigstens in Sicherheit vor seinem Vater.
Der Hauptteil des Buchs spielt dann auch auf dieser schönen Insel, auf der ich mich gedanklich sofort heimisch fühlte. Die Umgebung und die Menschen dort mochte ich auf Anhieb. Jordis Lank hat ein erstaunliches Talent dafür, Umgebungen und Charaktere sympathisch und real für den Leser erscheinen zu lassen.
Einzig Merin, den König Lannochs, empfand ich als Störfaktor. Ich konnte nachvollziehen weshalb er Ronan anfangs so sehr misstraute, aber dass er selbst nach Monaten noch so skeptisch war, obwohl Ronan mehrfach bewiesen hatte, dass er außer dem dem Namen nichts mit seinem Vater gemein hat, das fand ich furchtbar und das ärgerte mich maßlos.
Ronan aber ließ sich nicht unterkriegen und es war interessant zu lesen, wie er versuchte die Aufgaben zu lösen, die ihm gestellt wurden. Auf manche Lösungen wäre ich SO sicher nicht gekommen. Ronan ist ein ganz schön gerissener junger Mann.
Die Art und Weise, wie die Beziehungen der einzelnen Charaktere sich veränderten, war für mich ein weiteres Highlight im Buch, da es so verständlich und kein bisschen gestellt wirkte.
Das Ende kam dann für mich doch ein wenig überraschend. Ich hätte mir etwas anderes von Ronan gewünscht, aber so bleibt es spannender und ich freue mich schon riesig darauf zu lesen wie es weitergeht und welche Gefahren jetzt auf den jungen Helden warten.
Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass 'Rauklands Sohn' ein wahrlich meisterhafter Auftakt in die Trilogie ist und vor allem Lust auf mehr davon macht.
Wer allerdings nach Übernatürlichem und Fabelwesen in diesem Buch sucht, der wird leider enttäuscht werden. Wer allerdings eine tolle mittelalterliche Welt, mit authentischen Charakteren, echter Freundschaft und wahrer Liebe sucht, der darf sich auf dieses absolut lesenswerte Buch freuen.
Ich bin jedenfalls dankbar dafür, dass ich es lesen durfte und empfehle es vorbehaltlos weiter.



 Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich bei Jordis Lank und dem Verlagshaus El Gato für das Rezensionsexemplar.

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