Montag, 16. März 2015

Rezension zu 'Samt'

Cover und Leseprobe © Sieben-Verlag

Titel: Samt
Autor: Helen Baxter
Genre: Erotik
Verlag: Sieben-Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2015
Preis: 14,90€ (Print)
               6,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-864434-79-2

Inhalt


Myrine soll ihr Volk anführen und in eine neue Zukunft führen. Dafür muss sie ihm eine Tochter schenken. Die Suche nach dem geeigneten Vater beginnt in New York. Dort trifft sie auf die Freunde Hank, den Börsenmakler, und Rick, den Biologen. Beide Männer verbindet nicht nur langjährige Freundschaft, sondern auch ihre sexuelle Passion: Sie teilen sich ihre Frauen. Myrines unkonventionelle Art lässt sie mit beiden Männern eine Beziehung eingehen. Unbekümmert genießt sie deren erotischen Einfallsreichtum. Doch bald steht die Männerfreundschaft auf dem Spiel. Ihr Ziel verliert Myrine jedoch nie aus den Augen. Sie hat mehr zu bieten, als einen schönen Körper.



Autor

Helen Baxter sagt über sich selbst:
"Ein Beruf ist nicht genug!"
Sie wuchs in Düsseldorf auf und zog der Liebe wegen nach Norddeutschland. Die vielseitig interessierte Kauffrau machte sich ans Werk. Handwerkliches Geschick, kulinarische Innovationen und pferdesportlicher Enthusiasmus entwickelten sich mit autodidaktischem Elan. Dann kam die Lust am Schreiben als Alternative zum Lesen. Dabei entstanden ungewöhnliche Geschichten, die sich sowohl mit zeitgenössischen, als auch mit erotischen Themen befassen. Nicht nur die zweitschönste Sache im Leben wird mit einem Augenzwinkern betrachtet. Doch es geht nie um den Weltfrieden, keine Angst.



Meine Meinung

'Samt' allein das Wort ist schon Sinnlichkeit pur. Betrachtet man dann noch das Cover, weiß man eigentlich schon genau was einen erwartet.
Ich lese viel und auch gerne im Erotik-Genre. Man findet dort wahre Schätze, aber auch den totalen Mist. Helen Baxters 'Samt' ist weder das eine, noch das andere. Für mich liegt das Buch ziemlich genau in der Mitte. Es ist leidenschaftlich, anregend und definitiv anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Allerdings weist es auch ein paar Schwächen auf, die sich leider durch das gesamte Buch zogen und mich persönlich ein wenig gestört haben. Ihr wisst, das ist alles meine subjektive Meinung und andere empfinden es mit Sicherheit auch ganz anders, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und das ist auch völlig gut so.
Die Gesamtidee fand ich wirklich interessant. Eine Amazone, das erste Mal alleine in der westlichen Zivilisation. Der absolute Kulturschock. Ich persönlich hätte mir allerdings nicht New York dafür ausgesucht, da wird man ja gleich mit dem heftigsten aller Gegensätze konfrontiert. Myrine konnte das natürlich nicht wissen und hat ihr Abenteuer eigentlich sehr gut gemeistert.
Die Charaktere sind nicht so einfach zu beschreiben. Aber für mich hatten sie alle eins gemeinsam … ihnen fehlte ein wenig die Tiefe. Klar, sie waren alle mit charakterlichen Schwächen ausgestattet und so soll es ja auch sein, aber so richtig nachvollziehen konnte ich ihr Verhalten oftmals nicht. Nehmen wir mal Rick, den lernt man im Laufe der Handlung schon relativ gut kennen, aber den Grund warum er so ist, wie er nun mal ist, den bekommt man nicht wirklich verständlich vorgesetzt. Ein wenig lässt sich sein Verhalten vielleicht mit dem erklären, was man über ihn erfährt, aber das meiste ist für mich noch immer völlig unverständlich.
Dann haben wir Myrine, sie ist natürlich unglaublich naiv und das ist ja auch völlig verständlich, weil sie in einen komplett anderen Kulturkreis kommt. Ich konnte mir ihre Naivität also sehr gut erklären und deshalb störte sie mich nicht weiter. Allerdings ist sie ansonsten wie eine Fahne im Wind. Einmal gibt sie die große Amazone und erklärt, dass man sie gefälligst zu respektieren hat und dann wieder lässt sie alles mit sich machen und ist nicht mal wütend darüber. Ich hatte bei ihr immer das Gefühl, dass sie keine eigenen Entscheidungen treffen kann und einfach das macht, was man ihr vorgibt. Keine Ahnung wie genau ich das erklären soll, aber sie wirkte auf mich immer so aalglatt. Einfach für jeden so, wie derjenige sie gerade haben will und sie passte sich dem einfach an. Der einzige Standpunkt, den sie immer konsequent vertreten hat war die Schwangerschaft, die sie unbedingt erreichen wollte.
Der Dritte im Bunde ist Hank. Hm … auch bei ihm ist es nicht so einfach. Man lernt ihn als selbstbewussten und dominanten Mann kennen. Ich dachte eigentlich, dass man ihn sehr gut einschätzen kann, aber dann mutiert er im Laufe der Geschichte zu einem regelrechten 'Weichei'. Eigentlich mag ich Männer mit viel Gefühl und Verständnis, aber das was da mit Hank passierte passte einfach nicht zu ihm. Mir stellte sich die Frage ob er wirklich so ist, wie man ihn kennenlernte, oder ob er sich da einfach verstellt hat? Nur mit Rick zusammen kam der selbstbewusste Hank zum Vorschein und das störte mich schon sehr.
Wie ihr also lesen könnt, habe ich gerade bei den Charakteren einige Kritikpunkte. Ich muss Wandlungen und Charaktereigenschaften nachvollziehen können und wenn das nicht der Fall ist, dann ist das für mich störend. Andere empfinden das vielleicht nicht so, oder sie stört das nicht … vollkommen in Ordnung, das ist ja, wie schon erwähnt, Geschmackssache.
Ich mochte Helen Baxters Schreibstil recht gerne. Er war einfach und flüssig zu lesen. Ihre Erotikszenen waren wirklich sehr ansprechend, wenn auch nicht immer ganz nach meinem Geschmack, aber toll geschrieben. Sie hat da wirklich sehr viel Kreativität bewiesen und dafür hat sie meinen Respekt. Das gesamte Buch bestand eigentlich nur aus Sex und da eine gewisse Vielfalt zu wahren und nicht Gefahr zu laufen sich ständig zu wiederholen, das ist schon wirklich eine beachtliche Leistung. Mein einziger Kritikpunkt zum Schreibstil sind die Dialoge. Die waren für mich einfach zu gestellt, nicht lebendig genug. Mich hat das in meinem Lesefluss oftmals so massiv gestört, dass ich das Buch unterbrechen musste.
Jetzt komme ich noch kurz zu einem Punkt, der mir unglaublich gut gefallen hat. Ich mochte es, wie die ganzen Stricke, die ganzen Begegnungen und Dinge sich am Schluss zusammengefügt haben. Dem Leser wurde verdeutlicht, das alles was geschah, jeder Mensch, der Myrine begegnete, irgendwie miteinander verbunden war. Den Gedanken mochte ich unglaublich gerne und so brachte die Autorin das Buch auch zu einem wirklich sehr guten Abschluss, der in mir ein positives Gefühl hinterließ.
Wenn ich jetzt das komplette Buch betrachte und die Kritikpunkten neben die positiven Eindrücke stelle, dann komme ich auf eine Bewertung im guten Mittelfeld. Das Buch war zwar für mich absolut nicht perfekt, aber sehr interessant und auch relativ gut umgesetzt. Ich vergebe deshalb 3 Sternchen und würde es für diejenigen empfehlen, die sich an meinen Kritikpunkten normalerweise nicht stören und schöne Erotik mögen.

Vielen Dank an den Sieben-Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!





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