Mittwoch, 27. Mai 2015

Rezension zu 'Eisblaue Augen'

Cover © Carlsen Im.press
Titel: Eisblaue Augen
Autor: Sandra Bäumler
Genre: Fantasy, Romantik, Jugendbuch
Verlag: Im.press
Erscheinungsdatum: 4. September 2014
Preis: 3,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-646-60078-0
 
 
Inhalt
 
Als die achtzehnjährige Alex in einer originalen »Jane Eyre«-Ausgabe ihrer Großmutter eine Handvoll geheimnisvoller Tagebuchblätter findet, ahnt sie noch nicht, wie sehr diese ihr weiteres Leben bestimmen werden. Sie erzählen von der jungen Kate, die im 19. Jahrhundert ihre Arbeit als Gouvernante in einem englischen Landhaus am Meer aufnimmt, wo sie sich unsterblich in den undurchsichtigen Hausherrn Valen Morrisey verliebt. Alex' Neugier ist geweckt, als sie herausfindet, dass es dieses Haus noch immer gibt. Sie macht sich auf den Weg nach Cornwall und lernt dort den überaus gutaussehenden Jay mit den eisblauen Augen kennen, der ihr nicht nur bei ihren Nachforschungen hilft, sondern auch selbst nicht ganz das ist, was er vorzugeben scheint…


Autor
 
Sandra Bäumler erblickte 1971 das Licht der Welt. Schon als Kind dachte sie sich gerne Geschichten aus, die sie mit ihren Puppen nachspielte, doch erst im Erwachsenenalter hat sie damit begonnen, jene auch aufzuschreiben. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen, zwei Katzen sowie Fischen und Fröschen in einer kleinen beschaulichen Ortschaft in der Nähe von Nürnberg. Diese mittelalterliche Stadt hat sie zum Schreiben inspiriert.
 
 
Meine Meinung
 
Bevor ich begann 'Eisblaue Augen' zu lesen habe ich mir, entgegen meiner sonstigen Vorgehensweise, einige Rezensionen durchgelesen und war erschüttert, dass das Buch oftmals sehr kritisiert wurde. Ich kenne bereits Bücher der Autorin und war bisher mehr als angetan von ihrem Stil und ihren Ideen. Mit einem etwas mulmigen Gefühl setzte ich mich also hin und begann das Buch. Schon nach den ersten Seiten war ich allerdings erleichtert, denn Sandra Bäumlers Schreibstil hat mich sofort mitgerissen und gefiel mir noch immer mehr als nur gut. Ich liebe ihre Art zu schreiben. Ihr bildgewaltiger Stil und ihr Talent, dem Leser durch pure Spannung eine Gänsehaut zu bescheren, ist einfach toll. Herzklopfengefahr besteht auch bei der knisternden Spannung zwischen den Protagonisten. Kurzum, mich spricht Sandras Stil sehr an und ich lese ihn immer wieder gerne.
Der Grundgedanke des Buches ist wirklich sehr gut. Er bietet eine Menge Potential und ich finde, auch wenn dieses Potential vielleicht nicht komplett ausgeschöpft wurde, ist es eine rundum gelungene Geschichte.
Ich liebe es, wenn Protagonisten in Büchern Abenteuer erleben, Geheimnisse aufdecken und Rätsel lösen müssen. Der Atem und Herzschlag muss sich beim Lesen vor lauter Aufregung beschleunigen. Die Autorin hat das alles ganz geschickt in ihre Handlung gesponnen, so dass man als Leser wirklich das Gefühl hatte mitten im Geschehen zu sein.
Die Charaktere gefielen mir ebenfalls außerordentlich gut. Sie haben vielleicht nicht unbedingt diese Charaktertiefe, die man bei anspruchsvoller Erwachsenenliteratur erwartet, aber sie sind liebenswert und vor allem liebevoll gestaltet.
Alex ist vom Tod ihrer Großmutter sehr mitgenommen und vielleicht auch deshalb eine sehr ruhige Protagonistin. Sie wirkt anfangs eher schüchtern, doch das ändert sich im Laufe der Handlung ein wenig. Die gefundenen Tagebuchseiten lösen eine unstillbare Neugier in ihr aus und es ist nicht verwunderlich, dass sie dem Ganzen auf den Grund gehen will. Teilweise zeigt sie ein wenig Naivität, aber das fällt so geringfügig aus, dass mich das kaum gestört hat.
Jay ist charmant, aufdringlich, süß (man verzeihe mir den Ausdruck) und sehr geheimnisvoll. Als aufmerksamer Leser ist einem zwar ziemlich schnell klar warum er in der Geschichte auftaucht und wer bzw. was er eigentlich ist, aber diese Vorhersehbarkeit ist völlig okay. Für mich war es trotz allem noch spannend, denn ich wartete ungeduldig auf den Moment, in dem Alex das ganze Mysterium um Jay selbst entdeckt.
Nicht nur Jay ist Teil dieser Vorhersehbarkeit des Buches. Da gibt es noch ganz andere Dinge, die vielleicht ein wenig überraschender für den Leser hätten sein können, aber wie schon gesagt, es störte kaum und gibt keinen Anlass zu heftiger Kritik.
Zum Ende hin wendet sich alles so, wie es meiner Meinung nach passt, obwohl mich sehr interessieren würde wie es mit Jay und Alex weitergeht und ob sie irgendwann auch in Ruhe leben können.
Insgesamt betrachtet ist das Buch sehr gut und konnte mich von Anfang bis Ende begeistern. Die kleinen, minimalen Kritikpunkte störten den Lesegenuss kaum und deshalb ziehe ich bei der Sternchenbewertung auch nur einen halben Stern ab. Ich komme also auf sehr gute 4,5 Sternchen und eine ganz klare Empfehlung.


Kommentare:

  1. Eisblaue Augen hat mir auch richtig gut gefallen; ich finde Sandra Bäumler als Autorin generell gut! Hast du Teil 2 auch gelesen?

    LG Desiree

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Desiree,

      ich habe den zweiten Teil auch schon gelesen. Die Rezension folgt in ein paar Tagen. Leider hat mir der dann nicht ganz so gut gefallen. Aber ich gebe dir Recht, Sandra Bäumler ist eine tolle Autorin und ihre Bücher sind meistens super :)

      Löschen