Dienstag, 9. Juni 2015

Rezension zu 'Meeresgrüne Augen'

Titel: Meeresgrüne Augen
Autor: Sandra Bäumler
Genre: Fantasy, Romantik
Verlag: Im.press
Erscheinungsdatum: April 2015
Preis: 3,99€ (E-Book)
ISBN: 978-3-646-60136-7
 
 
Inhalt
 
Seit ihre große Schwester Alex vor wenigen Jahren nach Cornwall gereist und ums Leben gekommen war, ist in Neles Leben nur eine große Leere zurückgeblieben. Umso überraschter ist die mittlerweile Achtzehnjährige, als sie bei ihrer Reise nach New York eine Frau erblickt, die Alex bis aufs Haar gleicht. Kann es denn möglich sein? Nele nimmt die Verfolgung auf, bleibt aber letztendlich nur mit einer Handvoll sonderbarer Tagebuchaufzeichnungen zurück. Sie erzählen von Meerwesen, eisblauen Augen und einem unergründbaren Mythos. Nele ist sich sicher, dass es sich bei der Verfasserin um ihre Schwester handelt, und sie ist fest entschlossen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Unverhoffte Hilfe bekommt sie dabei von Dorian, den sie erst seit kurzer Zeit kennt. Doch steht der junge Student mit Augen so grün wie das Meer an einem strahlenden Sommertag wirklich auf ihrer Seite?


Autor
 
Sandra Bäumler erblickte 1971 das Licht der Welt.
Schon als Kind dachte sie sich gerne Geschichten aus, die sie mit ihren Puppen nachspielte, doch erst im Erwachsenenalter hat sie damit begonnen, ihre Geschichten aufzuschreiben.
Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen, zwei Katzen, Fischen und Fröschen in einer kleinen beschaulichen Ortschaft in der Nähe von Nürnberg. Diese mittelalterliche Stadt hat sie auch zu ihrem ersten Roman inspiriert, der jedoch unveröffentlicht ist.

Eisblauge Augen ist ihr Debüt.
Weitere Projekte sind in Planung.
 
 
Meine Meinung
 
Nachdem ich 'Eisblaue Augen' gelesen und geradezu inhaliert habe, konnte ich einfach nicht warten und musste 'Meeresgrüne Augen' gleich dranhängen.
Die Fortsetzung befasst sich nur bedingt mit den beiden Hauptprotagonisten aus dem ersten Band. In diesem Buch steht Nele, die Schwester von Alex, im Mittelpunkt der Geschichte.
Der Einstieg in das Geschehen gelang auch diesmal sehr gut. Zum einen lag das natürlich an Sandra Bäumlers Schreibstil, der es mir sehr leicht machte mich auf das Geschehen einzulassen, zum anderen an der wirklich sehr sympathischen Hauptprotagonistin.
Die Handlung setzt 3 Jahre nach den Ereignissen aus 'Eisblaue Augen' an. Nele hat sich nach dem Tod ihrer Schwester sehr verändert und möchte endlich wieder zu sich selbst finden. Aus diesem Grund ist sie in New York bei ihrer Tante. Weitab vom Andenken an ihre Schwester und ihren noch immer trauernden Eltern.
Nele ist recht schwer einzuschätzen. Mal ist sie sehr zurückhaltend, geradezu verunsichert und dann strotzt sie wieder vor Tatendrang und Entdeckergeist. An einigen Stellen ärgerte ich mich, weil sie nicht auf ihr Bauchgefühl hörte sondern völlig naiv in ganz blöde Situationen geriet
Bei Dorian ist es eigentlich eine recht einfache Angelegenheit. Man weiß, dass er nicht einfach ein normaler Student ist, doch WAS genau er ist, dass ist eine ganze Weile nicht klar. Er ist sehr geheimnisvoll, aber die Autorin macht es dem Leser recht einfach hinter seine Fassade zu blicken.
Die Hintergrundidee ist natürlich noch immer die gleiche, wie auch schon im ersten Band. Diesmal bekommt man allerdings eine weitere Sicht der Dinge, was ich persönlich sehr gut finde.
Während ich den Aufbau von 'Eisblaue Augen' einfach toll fand, habe ich hier allerdings ein paar kleine Kritikpunkte.
Es beginnt schon beim Anfang des Buches. Mich hat es ein wenig gestört, dass Nele schon so früh auf Dorian gestoßen ist. Man hätte ihn ein wenig später einbauen können, das wäre besser gewesen, finde ich. Insgesamt ging mir das zu schnell. Die Autorin nahm sich nicht viel Zeit für die Gefühlsentwicklung der beiden Hauptprotagonisten. Gerade diese Entwicklung mochte ich an ihrem Stil immer besonders gerne, denn es knisterte immer so schön und sorgte für Herzrasen beim Leser. Diesmal kam das alles ein wenig lieblos rüber.
Irgendwann in der ersten Buchhälfte wird es aber besser und die Handlung tritt deutlicher und besser ausgearbeitet in den Vordergrund. Einige Stellen waren für mich zwar noch immer eher gefühllos, obwohl sie hätten emotionaler sein müssen, aber im Großen und Ganzen war es sehr schön zu lesen.
Am Ende muss ich allerdings schon wieder ein wenig meckern. Der Schluss ging für mich viel zu schnell. Ich hatte das Gefühl, als sollte die Geschichte einfach ein schnelles Ende finden und das hat mich wirklich enttäuscht. Das Ende hätte perfekt sein können, doch so wie es geschrieben wurde, wirkte es nicht rund.
Es ist schade, dass ich gerade diese Dinge kritisieren muss, denn eigentlich ist das Emotionale eine wahnsinnige Stärke der Autorin. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob sie in ihrem nächsten Buch wieder die Autorin ist, die mich mit ihrem Stil verzaubert und atemlos vor dem Buch sitzen lässt.
Für 'Meeresgrüne Augen' vergebe ich 3,5 Sternchen. Für mehr reicht es leider nicht, denn dazu lässt mich das Buch einfach zu unbefriedigt zurück.


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