Samstag, 28. November 2015

Rezension zu 'Der Zeitwandler - Restart'

Cover und Leseprobe © Bookshouse
Titel: Der Zeitwandler - Restart
Genre: Fantasy, Abenteuer
Verlag: Bookshouse
Erscheinungsdatum: 20. November 2015
Preis: 13,99€ (Print)
               5,49€ (E-Book)
ISBN: 978-9963531684
 
 
Inhalt
 
Dennis hat genug von London, bevor die Klassenfahrt dorthin richtig gestartet ist. Kotzen im Reisebus, mobbende Klassenkameraden und eine nörgelnde Lehrerin. Aber schlimmer geht immer: Plötzlich verfolgen ihn unheimliche Schattengestalten und er hat Visionen des mittelalterlichen Kriegerkönigs Edward I., der ihn Wulfric nennt und ihn anfleht, seine Tochter zu retten. Selbst die Zeit scheint sich gegen Dennis verschworen zu haben. Sie stoppt, und wenn sie weiterläuft, hat sich alles verändert. Auf einmal ist auch noch sein englischer Gastvater ein gesuchter Mörder und entführt Dennis zum Tower of London. Ein höllischer Trip durch Vergangenheit und Zukunft beginnt. Restart – nichts ist für die Ewigkeit!

Autor
 
Anke Höhl-Kayser, geboren 1962, studierte Literaturwissenschaften in den Fächern Anglistik, Skandinavistik, Amerikanistik und Germanistik. Ihren Magister erwarb sie an der Ruhr-Universität Bochum.
Sie ist tätig als freie Lektorin und Autorin (Fantasy, Kurzgeschichten und Lyrik).
 
 
Meine Meinung
 
Aufmerksam wurde ich auf das Buch vor allem durch das interessante Cover und den Klappentext, der wirklich unglaublich spannend klingt. Außerdem liebe ich London. Ein Buch, bei dem man auf den ersten Blick erkennt, dass es in England spielt, werde ich mir definitiv genauer ansehen. So stand also fest, dass ich 'Der Zeitwandler' unbedingt lesen muss.
Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der mir ein wenig Sorgen bereitet. Wie schreibe ich eine Rezension, die auch nur annähernd ausdrückt, wie ich dieses Buch fand?
Ich habe bereits viele Bücher gelesen und ich bin eine Leserin, die sehr leicht zu beeindrucken ist, zumindest kommt es mir immer so vor. Bei diesem Buch aber toben in mir Gefühle, die widersprüchlicher nicht sein könnten.
Da hätten wir den Schreibstil der Autorin. Ganz klar, der ist absolut toll. Jede Szene ist so wunderbar bildlich beschrieben, dass man beim Lesen ein Kopfkino vom Feinsten hatte. Von Anfang an tauchte man in das Geschehen und verlor sich mit jeder gelesenen Seite mehr darin. Selbst die ganzen geschichtlichen Details wirkten auf mich kein bisschen langweilig, sondern eher interessant.
Dann ist da die Idee, die mich ja schon im Klappentext überzeugte, auch wenn ich da noch nicht genau wusste auf was das Ganze hinauslaufen soll. Überzeugt bin ich von dem Gesamtkonzept noch immer, denn Zeitreisen sind ja ein wirklich tolles Thema, das eine Menge Potential bereithält. Wenn man es geschickt anstellt, dann kann man daraus eine absolut spannungsgeladene Handlung zaubern. Das hat die Autorin auch wirklich gut hinbekommen, denn spannend ist es stellenweise sogar sehr gewesen.
Die Gesamtumsetzung hat mich allerdings nicht zu 100% überzeugen und begeistern können. Dadurch, dass die Handlung immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt, wird es zeitweise sehr verwirrend. Als Leser erkennt man zwar sofort in welcher Zeitebene man sich gerade befindet, aber trotz allem bringen diese ständigen Wechsel enorme Unruhe in den Lesefluss. Ich bin fast der Meinung, dass andere Leser diesen Umstand nicht schlimm finden, aber mir war es zeitweise einfach zu viel und zu verwirrend.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man nicht Stück für Stück an das große, mysteriöse Geheimnis herangeführt wird, damit man nach und nach die Begebenheiten versteht. Es ist viel mehr so, dass es plötzlich eine Szene gibt und auf einen Schlag erkennt man dann das große Ganze, oder zumindest einen Teil davon.
Positiv war die Unvorhersehbarkeit der Handlung. Dadurch, dass man lange nicht versteht was eigentlich vor sich geht, wird man ständig aufs Neue überrascht. Zum Ende nahm dieser Effekt dann zwar ab, aber schön war es trotzdem.
Die Charaktere machten es mir ebenfalls nicht sehr einfach. Vor allem mit Hauptcharakter Dennis wurde ich bis zum Schluss nicht wirklich warm. Natürlich weiß ich, dass er einfach noch sehr jung ist und eine wirklich miese Vergangenheit hat. Doch er war fast die komplette Handlung hindurch so sehr in seiner Opferrolle gefangen und man hatte als Leser das Gefühl als wolle er überhaupt nichts daran ändern. Seine Handlungen, seine Gedanken, alles wirkte durch und durch negativ auf mich. Da gab es keine Hoffnung, nichts Schönes oder Gutes, sondern nur Schmerz und schlechte Gefühle.
Für mich war das eine nervliche Zerreißprobe, denn es wirkte nicht so als würde sich an Dennis Situation je etwas ändern. Ich bin einfach eine Leserin, die das Gute und die Hoffnung braucht und davon gab es in diesem Buch eine lange Zeit nicht wirklich viel.
Die anderen Protagonisten waren … nun ja, das ist schwer zu sagen, denn ihr Verhalten veränderte sich oft so sehr, dass man nicht sagen kann sie bekämen eine gewisse Tiefe. Nur Wulfric, der Böse, bekam einen gewissen Grad an Tiefe und so sehr es mir auch widerstrebt, er handelte stets logisch, zumindest für seine Verhältnisse.
Insgesamt stürzt mich das Buch in einen enormen Zwiespalt. Idee und Schreibstil sind verdammt gut, doch die Charaktere und die Umsetzung haben mir nicht sehr zugesagt. Insgesamt ist das Buch okay und liegt in meiner Bewertung in einem guten Mittelmaß. Das bedeutet eine 3,5 Sternchen-Bewertung, denn unterhalten hat es mich recht gut und spannend war es ja auch.
 
 
Vielen Dank an Bookshouse für das Vorableseexemplar!
 
 


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