Dienstag, 17. November 2015

Rezension zu 'Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte'

Cover © Ravensburger
Titel: Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte
Genre: Jugend, Fantasy
Verlag: Ravensburger
Erscheinungsdatum: 20. Mai 2015
Preis: 12,99 € (Gebundene Ausgabe)
              10,99 € (E-Book)
ISBN: 978-3473401291
 
 
Inhalt
 
So hatte sich Callie die Klassenfahrt nach London nicht vorgestellt: Nach zwei Schritten in ihren nagelneuen High Heels fällt sie hin - und wacht im Jahr 1815 wieder auf. Zum Glück nehmen sie die Bewohner eines nahe gelegenen Landsitzes bei sich auf. Trotzdem will Callie unbedingt wieder zurück in ihre Zeit, denn die strengen gesellschaftlichen Regeln sind einfach unerträglich. Genau wie der unglaublich arrogante - aber leider auch unglaublich gut aussehende - Lord Alex ...
 
 

Autor
 
Mandy Hubbard ist in Seattle aufgewachsen. Sie ist Autorin von inzwischen sieben Jugendromanen, arbeitet als Literaturagentin und und lebt mit ihrem Mann und einer Tochter in Enumclaw, Washington.
 
 
Meine Meinung
 
Dieses Buch war ein reiner Spontankauf. Ich habe vorher nicht mal von ihm gehört. Klar sticht es sofort ins Auge, das ist vor allem dem rosa Cover zu verdanken, das durch einen ganz eigenen Zauber auf den Betrachter wirkt. Die Entscheidung zum Kauf fiel allerdings wegen des Titels. Mal ehrlich, 'Wie ich in High Heels durch die Zeit stolperte' macht doch mehr als nur neugierig welche Geschichte sich wohl hinter diesem sonderbaren Titel verbirgt. Der Zusatz auf der Rückseite des Buches '… und in den Armen eines waschechten Lords landete' sorgte dann bei mir auch für die Einschätzung in welche Richtung die Handlung sich bewegen wird. So ganz richtig lag ich mit meiner Annahme zwar nicht, aber das ist nicht weiter schlimm, denn das Lesen machte Spaß und das war die Hauptsache.
Zu Beginn lernen wir Callie kennen. Nun, sie ist ein typischer Teenager. Sie gehört eher zur unscheinbaren Schicht der Highschool-Gesellschaft und hat recht wenig Selbstbewusstsein. Callie sieht sich selbst zwar nicht als hässliches Entlein, sondern eigentlich als recht hübsch und doch könnte sie nie mit der Oberschicht bzw. den Cheerleadern mithalten. Ihr größtes Manko ist wohl ihr Talent von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten. Sie weiß genau, sobald sie einen Raum betritt passiert mit großer Wahrscheinlichkeit irgendetwas ganz Peinliches. Beim Leser sorgt dieser Umstand vor allem für viele Lacher und das ein oder andere Gefühl von Fremdschämen.
Wie ihr also seht, ein ganz normales Highschool-Märchen möchte man meinen, doch eine Zeitreise passt nicht so wirklich in dieses Genre. Genau dies geschieht aber. Durch besondere Umstände, die ich hier nicht näher erläutern möchte, landet Callie in der Vergangenheit. Genau genommen im 19. Jahrhundert und muss sich mit Problemen auseinandersetzen, die sie aus ihrer Zeit natürlich nicht kennt. Gerade das gesellschaftliche Denken ist ihr völlig zuwider und so kommt es oft zu Auseinandersetzungen mit o.g. Lord und vor allem dessen Mutter. Doch auch die Anstandsregeln, die Knickse als Form von Wertschätzung und vor allem die Korsetts machen ihr zu schaffen, wenn auch eher in humorvoller Form.
Ich möchte zu den anderen Charakteren dieser Geschichte gar nicht so viel erzählen, denn sonst verrate ich zu viel und die Überraschungseffekte gehen verloren. Nur vielleicht soviel: Callie lernt, dass das einzige Problem, das ihr immer wieder im Weg steht, nicht die anderen sind, sondern ihre Sicht auf sie. (Ich weiß, die Erklärung ist ziemlich dürftig und doch trifft sie den Nagel auf den Kopf.)
Zum Schreibstil kann ich vor allem sagen, dass er sich schön und flüssig lesen ließ. Man sollte allerdings bedenken, dass dieses Buch ein Jugendbuch ab 12 ist und man deshalb keine geschickt ausformulierten Sätze erwarten darf. Alles ist auf diese junge Zielgruppe ausgelegt und es passte perfekt zum Gesamtbild. Die Formulierungen sind klar und deutlich, die Beschreibungen nicht zu blumig, sondern wunderbar einfach und doch perfekt um sich alles bildlich vorzustellen. In allem steckt ein humorvolle Note, die mich oft zum Schmunzeln oder Lachen brachte.
Doch nicht nur Jugendliche haben ihre Freude an dem Buch, denn wie man an mir erkennen kann, sagt es auch der etwas älteren Generation zu (zumindest wenn man gerne Bücher im Bereich der Jugendliteratur liest).
So richtig gut gefiel mir vor allem, was dieses Buch mit seiner ganzen Handlung erzählt. Denn nicht nur die aufgeschriebene Hauptgeschichte wird dem Leser dargelegt, sondern auch eine Moral, die sich zwischen den Zeilen finden lässt. Wenn ihr wissen wollt um was es sich dabei handelt, dann müsst ihr das wohl selber lesen, denn jedes Wort, das ich dazu verrate ist bereits zu viel und schmälert das schöne Leseerlebnis.
Der Ehrlichkeit wegen muss ich allerdings auch erwähnen, dass nicht alles an diesem Buch perfekt war. Am Anfang fiel es mir sehr schwer in die Geschichte zu kommen. Ob das am Stil lag, oder viel mehr an der Tatsache, dass ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe, das kann ich leider nicht sagen. Nach den ersten 15 Seiten legte sich das auch wieder und danach ging es unglaublich zügig und sehr gut voran.
Ein wenig enttäuscht bin ich von der Tatsache, dass es da eine Sache gibt, die leider überhaupt nicht aufgeklärt wird. Ich hätte gerne mehr darüber gewusst, doch vielleicht interessiert das 12-jährige auch nicht und wurde deshalb einfach ausgelassen. Für mich, als eine sehr neugierige Person, hinterließ dieser Umstand aber einen leicht unbefriedigenden Beigeschmack.
Betrachte ich nun aber das gesamte Buch mit all seinen Facetten, dann muss ich sagen, dass die positiven Aspekte deutlich überwiegen und das Lesen wirklich Spaß machte. Aus diesem Grund gibt es eine klare Empfehlung und eine gute 4 Sternchen-Bewertung.


 

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